Frage 11: Was ist echter Trost?
Oliver: Echter Trost ist, wie wahre Heilung auch, nur in der zeitlosen Präsenz des Seins möglich. Dort, wo Trennung und somit Leid nicht existiert, werden sowohl der Leidende, der Trost sucht, als auch der Leidende, der Trost spenden und so das Leid des andern mildern möchte, als eins erkannt. Dann ist keine Trennung mehr da zwischen der leidenden und der tröstenden Person. Leid und Trost werden - von niemandem - als das Eine erkannt, das als zwei erscheint.
Frage 12: Auf wen bezieht sich die Vorstellung des Todes?
Oliver: Die Vorstellung des Todes bezieht sich auf die getrennte Person, die denkt, sie sei geboren worden und werde sterben. Doch da ist nichts, was je geboren wurde oder sterben wird. Geburt und Tod sind Illusionen, Konzepte, die von der mit einem Körper identifizierten Person aufgebaut wurden. Verschwindet die Person, verschwindet sogleich die Vorstellung von Geburt und Tod. Geburt, Tod und von mir aus auch Wiedergeburt werden als das Eine erkannt, das das Spiel des Lebens spielt. Das ist natürlich auch wieder nur ein Konzept, das mit dem "Tod" der identifizierten Person verschwinden wird. In Wahrheit geschieht gar nichts.
Frage 13: Wie machst Du das eigentlich, so ganz ohne Körper?
Oliver: Selbstverständlich ist da ein Körper. Doch er gehört niemandem. Er geschieht einfach. Er taucht auf, so wie alles in der Welt der Manifestation einfach auftaucht. ICH mache nichts. Man könnte sagen, dass einfach Handlungen stattfinden.
Frage 14: Ist der Körper nicht eine Gedankenform und erscheint in meinem Kopf? Wahrnehmung ist doch immer selektiv?
Oliver: So lange es jemanden (den Wahrnehmenden) gibt, der etwas wahrnimmt, ist Wahrnehmung selektiv. Hier ist aber niemand, also ergibt das Konzept einer selektiven Wahrnehmung keinen Sinn. An Stelle des Wortes "Wahrnehmung", das ein Subjekt und ein Objekt verlangt, schlage ich jeweils das Wort "Geschehen" oder "Auftauchen" vor. Etwas "geschieht" diesem Konzept gemäss ohne Ursache, ohne Grund und ohne ein Subjekt und ein Objekt. Etwas taucht - scheinbar - einfach auf. So auch ein Körper oder diese Worte. Und zwar aus Dir, dem EINEN.
Frage 15: Im Satsang und in Advaita-Foren hört und liest man oft, wenn ein Suchender eine Frage stellt, folgende Antworten: Wem erscheint dies so? Oder: Ist da niemand, der dies verstehen kann? Ich verstehe nicht, was damit gemeint sein soll. Ist das auf die (scheinbare) Person bezogen oder auf das Bewusstsein (das Sein)?
Oliver: Grundsätzlich geht es im Satsang immer um dieselbe Gegenfrage: Wer ist es, der Fragen stellt? Die Erforschung dieser Gegenfrage durch den identifizierten Verstand (also durch die scheinbare Person, die Fragen im Satsang stellt), führt zu einer Art Endlosschlaufe. Die Antwort kann von der fragenden Person nie gefunden werden, da mit dem Auftauchen der Antwort gleichzeitig die Identifikation wegfällt. Somit ist niemand mehr da, der die Antwort "behalten" und "konservieren" kann. Die letztendliche Erkenntnis hat am Schluss also niemand, da Erkenntnis bedeutet, dass da nur DAS ist, das Eine, das Sein, und dass es kein "Entweder..., oder" gibt, also auch keine Fragen und Antworten. Das heisst aber nicht, dass sich der Fragende nun den Kopf darüber zerbrechen soll, wer jetzt dieses "Ich" ist, das die Fragen stellt. Es ist unnötig. Da ist nur Einheit. Das Ich, das Fragen stellt, ist Einheit, die als Ich, das Fragen stellt, erscheint. Es muss also nichts getan werden. Befreiung ist JETZT da. Du kannst Dich entspannen und "es" geschehen lassen. Denn es ist bereits geschehen.