Frage 26: Würdest du das EINE als "tote Hose" bezeichnen oder als "universelle Intelligenz"?

Oliver: "Universell", also allumfassend klingt nicht schlecht. Aber intelligent? Das Einzige, was das EINE können muss, ist es, zu SEIN. Das ist einfach. Unendlich einfach. Dazu muss man nicht intelligent sein. Da kann man nichts falsch machen. Doch "universelle Dummheit" klingt irgendwie auch nicht überzeugend. Jedenfalls ist das EINE furchtbar langweilig. Da läuft ja gar nichts. Da sind ja nur blöde Einheit, Glück, Frieden und Freiheit. Also voll tote Hose! Nix los. Da suche ich mir doch ein anderes EINES...
Aber Spass bei Seite: Es gibt keine Definition und keine Vorstellung des EINEN. Was soll der Unterschied zwischen "Leere", "Fülle", "universelle Intelligenz" oder "tote Hose" überhaupt sein? Ich sehe da keinen. Das sind nur Worte. Du kannst auch sagen: Das EINE ist "Pommes". Das trifft's genau so. Alles, was ist, ist das EINE.

Frage 27: Ist Leere das eigentliche Wesen von Form?

Oliver: Wenn sich der Verstand unter dem Wort "Leere" (oder "Stille") nichts vorstellen kann, liegen wir mit dieser Formulierung nicht schlecht. Jedes Wort, unter dem sich der Verstand nichts vorstellt, ist im Grunde dazu geeignet, das "eigentlich Wesen von Form" zu beschreiben. Der Verstand schenkt dann dem "eigentlichen Wesen von Form" keine Beachtung mehr und die Fragen dazu verschwinden.
Ich möchte hier das "eigentliche Wesen von Form" so zusammenfassen: Form entspringt dem EINEN, Form entschwindet in dem EINEN, Form IST das EINE.

Frage 28: Ist Liebe das Bindeglied zwischen Form (Fülle) und Leere?

Oliver: Liebe ist (unpersönliches) Wissen, dass es zwischen Form (Fülle) und Leere kein Bindeglied braucht.

Frage 29: Was ist eine Erscheinung im Bewusstsein?

Oliver: Stell Dir vor, da sind einfach Erscheinungen, aber da ist niemand, dem sie erscheinen. Sie gehören niemandem. Es sind nicht "meine" oder "deine" oder irgendjemandes Erscheinungen, sondern die Erscheinungen geschehen einfach. Ohne Grund. Ohne Sinn. Ohne Schöpfer. Einfach so. Scheinbar. Das können Gedanken sein, Gegenstände, Menschen, Energiewesen oder sonst was. Stell Dir vor, da ist gar keine Erscheinung IM Bewusstsein, sondern das Bewusstsein selbst ist die Erscheinung. Es spielt das Spiel "Erscheinen und Verschwinden" mit der fragende Person. Dabei ist die Person selber die Erscheinung, die aus Dir, dem Sein, auftaucht und wieder verschwindet. Zeit- und raumlos.

Frage 30: Du sagst: Alles ist ohne Grund, ohne Sinn, es gibt nichts zu tun und nichts zu meditieren usw. Jetzt erkläre mir aber bitte, warum Du, ein Karl Renz, Eckhart Tolle, Samarpan, Toni Parsons usw. Satsangs geben, Bücher schreiben, ernsthafte Menschen betreuen, und warum man überhaupt die Kinder in die Schule schicken soll?

Oliver: Ich sage, dass Du nichts tun kannst, was Dich zu dem macht, was Du schon bist. Es ist wie die Metapher der ->Brille. Du kannst von mir aus meditieren, Bücher schreiben, Satsangs geben, Kinder unterrichten oder zur Schule schicken, armen Menschen helfen, Krieg führen, beten, einen Fussballmatch schauen usw. Es ist das, was auftaucht. Es sind, wenn Du so willst, Manifestationen, die IN dem, was Du wirklich bist, geschehen. Scheinbar geschehen. Die Person, die Fragen stellt und denkt, sie hätte einen freien Willen, handelt IMMER vollkommen, auch wenn sie denkt, dass dies aus ihrer Sicht nicht so sei. Sie wird vielleicht Bücher schreiben, weil sie dafür eine Begabung und Freude am Schreiben hat. Oder weil Sie denkt, sie müsse Bücher schreiben, weil das von ihr erwartet wird. Oder weil sie einen Drang verspürt, zu schreiben. Es gibt unendlich viele Einflüsse (->Konditionierung), die dazu beitragen, dass eine Person so handelt, wie sie handelt. Sie hat keinen Einfluss darauf, welche Handlungen auftauchen. Der Film ist bereits abgedreht.
Dieses Konzept ist zuerst einmal für eine Person, die denkt, sie hätte einen freien Willen, der blanke Horror. Sie wird vielleicht sagen: "Aber ich kann mich doch jeden Augenblick neu entscheiden, was ich tun will. Ich kann mich ändern und so ein besserer Mensch werden." Ja, vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Auch das ist das Drehbuch. Das perfekte Drehbuch.
Erstaunlicherweise birgt dieses Konzept etwas unglaublich Befreiendes in sich, wenn sich die Person mal darauf einlässt. Die Angst vor dem Sterben der Person (= Ich-Vorstellung) lässt schnell nach. Die Akzeptanz, dass nichts getan werden kann, taucht auf und die Person verschwindet. Und plötzlich ist da nur noch ursachloses Glück. Das EINE. Plötzlich ist Klarheit da (allerdings für niemanden mehr), dass alles eins ist. Und es braucht keine Konzepte und Vorstellungen mehr.

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