Satsang mit Oliver - Begriffserklärung

Begriffe und wie ich sie verwende


Satsang

Der aus dem indischen Sanskrit stammende Begriff "Satsang" kann frei mit "Begegnung mit der Wahrheit" übersetzt werden. Im traditionellen indischen Satsang versammeln sich suchende Menschen um einen erwachten, befreiten Lehrer und erfahren die Stille des Seins, die sich sowohl durch Worte als auch durch akustische Stille ausdrücken kann. Fragen können auftauchen, Antworten können folgen. Konzepte, Wünsche, Glauben, Hoffnungen erscheinen, werden als solche erkannt und verschwinden wieder. Das Sein kommuniziert mit dem Sein. Niemand spricht, niemand hört zu. Im Satsang zeigt Einheit der Einheit die Absurdität des Spiels des Getrenntseins auf.
Satsang ist das unablässige Mantra des Meisters, der sagt, dass es weder einen Meister gibt noch einen Meister braucht.
Der Verstand wird im Satsang nicht befriedigt werden, denn er wird nichts mitnehmen können, da es nichts mitzunehmen gibt. Er wird die Antworten, die erscheinen, nicht verstehen. Schliesslich merkt er, dass er zu dieser letzten Frage nichts beitragen kann und gibt auf. Dann wird unpersönliche Erkenntnis da sein, dass nichts verkehrt ist. Dass alles, was war, ist und sein wird, immer DAS ist.


Advaita

Der aus dem Sanskrit stammende Begriff "Advaita" bedeutet so viel wie "Nicht-Dualität". Hier in diesem Kontext wird er folgendermassen gehandhabt:
Es gibt nur das Eine ohne ein Zweites. Das Eine (Ramana Maharshi nannte es "das Selbst", ich benutze hier oft den Begriff "das Sein") ist immer DAS, was ist. Es kann nicht erreicht werden, es muss nichts getan werden, um es zu offenbaren, es kann mit dem Verstand nicht erfasst und mit Worten nicht beschrieben werden. Worte können nur als Wegweiser zur Wahrheit dienen. Die letztendliche Erkenntnis erfolgt aber nicht wegen der Worte, sondern trotz der Worte (für "Worte" kann hier jeder beliebige Begriff stehen, z.B. auch der Begriff "Meditation"). Der letzte Schritt, der Sprung in die Erleuchtung, kann nicht gemacht werden, da es weder einen Weg, noch einen Abgrund, noch Erleuchtung gibt. Wenn das erkannt wird, von niemandem erkannt wird, ist Klarheit da. Unendliche Freiheit und tiefer Friede.


Erleuchtung

Erleuchtung ist ein Konzept, also ein Gedankengebilde des Verstandes, das grundlos aus DEM aufsteigt, was Du bist. Es gibt keine erleuchtete Person. Wenn Erleuchtung scheinbar auftaucht, taucht sie für niemanden auf. Erleuchtung ist gleichbedeutend mit dem Wegfallen der Person, die Erleuchtung anstrebt. Dann ist reines, unpersönliches Sehen da, dass alles das Eine ist.


Trennung

Alles innerhalb der scheinbaren Welt (Manifestation) lässt sich letzten Endes immer auf den ursprünglichen Gedanken der Trennung zurückführen, mit dem sich ein Mensch in den ersten Lebensjahren zu identifizieren beginnt. Es ist die Überzeugung, ein Körper, also ein getrenntes Wesen mit einem freien Willen zu sein, das sich in der Welt behaupten und verteidigen muss. Alle scheinbaren Probleme führen schliesslich zu diesem einen Trennungsgedanken zurück. Das Leben, das göttliche Spiel ist ein Schachspiel mit unendlich vielen Feldern, das mit der Taktik des menschlichen Verstandes nie gewonnen werden kann. Schachmatt ist gleichbedeutend mit dem Verschwinden dieses einen Trennungsgedankens. Was übrig bleibt, ist unpersönliche Einheit, reines Sein.


Konditionierung

Unter Konditionierung verstehe ich alles, was auf die Körper-Verstand-Einheit einwirkt und sie zu dem gemacht hat, was sie jetzt in diesem Augenblick ist: DNA (Vererbung), Beziehungen (Eltern, Geschwister, nahes Umfeld), Gesellschaft, Schule, Klima, Ort, Universum etc. Es spielt keine Rolle, was alles auftaucht, denn es hat nichts mit Dir als Essenz zu tun. Es taucht in Dir auf, im reinen Gewahrsein. Das Selbst, das Sein ist nicht involviert in diesen Prozess, diesen Film des Lebens, der sowieso abläuft, wie er abläuft. Das Drehbuch ist geschrieben, der Film ist gedreht, die Rollen werden von Dir gespielt. Du bist die Leinwand, auf die der Film projiziert wird, Du bist das Licht und Du bist der Zuschauer. Alles erscheint in Dir, nichts ist getrennt von Dir. Die Welt erscheint in Dir, nicht umgekehrt.


Konzept

Ein Konzept ist ein gedankliches Konstrukt. Es wird vom Verstand (engl. "mind"), der ebenfalls nur eine Ansammlung von Gedanken ist, benötigt, um etwas einzuordnen, zu schubladisieren. Um etwas zu begreifen, was letztendlich nicht begriffen werden kann.
Der Verstand ist das perfekte Messer. Sein einziger Daseinszweck ist es, zu teilen. Alles muss geteilt und in ein System eingebaut werden. Das ist perfekt so. Ohne den Verstand wäre das tägliche Leben unmöglich. Wenn aber der Verstand das Eine begreifen möchte, scheitert er zwangsläufig. Ein Messer ist zum Teilen da, nicht zum Zusammenfügen. Deshalb führen auch Konzepte letzten Endes zu nichts. Bücher mit Konzepten füttern nur den Verstand. Das einzige Konzept, das zu DEM führt, was konzeptuell nicht erreicht werden kann, ist die Akzeptanz, dass alle Konzepte unnötig sind. Und auch dieses Konzept ist nur ein Gedanke, der in DEM, in Dir, auftaucht und wieder verschwindet. Grundlos. Wie Wellen in einem Ozean.


Gnade

Das Sein kennt keine Gnade, denn es ist die Gnade selbst. Gnade ist immer gegenwärtig. Sie ist das einzige, was ist. Sie kann von niemandem gegeben werden und Du kannst Dich nicht auf sie vorbereiten. Gnade ist die Einladung, also gewissermassen das Geschenk des Seins an sich selbst, zu akzeptieren, dass DAS, was ist, das Eine ist. Die Essenz von Dir.



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